Australien, ein Kontinent, der Millionen von Jahren isoliert war, hat seine eigene Version des 'Wilden Mannes' oder Bigfoot: den Yowie. Dieser jedoch nicht nur als einfaches kryptides Tier zu betrachten, sondern seine tiefe Verbindung mit dem Traumzeit-Mythos der Aborigines zu berücksichtigen. Für die Ureinwohner, wie die Kuku Yalanji, ist der Yowie (oder Quinkin) nicht nur ein unbekanntes Tier, sondern eine alte und gefährliche spirituelle Entität, die mit der Menschheit koexistiert.
Die Berichte der ersten europäischen Siedler im 19. Jahrhundert sind voll von Begegnungen mit 'haarigen Männern', die über zwei Meter groß waren, mit Armen, die bis zu den Knöcheln reichten, einer flachen Nase und einem Schrei, der Hunde lähmte. Der Yowie soll in den steilen Bergen der Großen Divisorkette leben. Im Gegensatz zum scheuen amerikanischen Bigfoot wird der Yowie oft als aggressiver und territorialer beschrieben, der Steine werfen und Eindringlinge verfolgen kann.
Es gibt eine wichtige Unterscheidung im Folklore: Es gibt schüchterne und vegetarische Yowies und fleischfressende Jäger (manchmal als Turramulli bezeichnet), die Menschen jagen. Kulturell repräsentiert der Yowie den Respekt vor der Wildnis. In einem Land, in dem die Natur auf tausend Arten tödlich sein kann (Schlangen, Spinnen, Wüste), ist der Yowie der oberste Hüter der Orte, an denen der weiße Mann nicht eindringen sollte. Er ist der Schatten, der zwischen den Eukalyptusbäumen wandelt, das Knarren der schweren Zweige in der Nacht, das uns daran erinnert, dass Australien nie wirklich erobert wurde, sondern nur an seinen Rändern bewohnt wurde.
